Geschichte "Alte Warener Zeitung"


 

Ein Haus, das Schlagzeilen macht: Die Geschichte der "Alten Warener Zeitung"
In den Fluren des Hotels "Alte Warener Zeitung" sind die Jharhunderte fast greifbar - auch wenn Setzkasten und Druckerschwärze nicht mehr zum Alltag gehören. Heute bietet das schicke Fachwerkhaus in der Großen Grünen Straße 11 in Waren (Müritz) seinen Gästen mecklenburgischen Charme, gediegenen Komfort und beste Altstadtlage mit kurzen Wegen zur Müritz und zum Nationalpark. Die Mauern erzählen jedoch eine Geschichte, die vor über 160 Jahren begann.

Das Haus zwischen Hafen und Altstadt wurde 1838 als Verlagshaus erbaut. Die Stadtoberen schrieben "dem Buchdruckergehilfen Carl Baetcke" in einem alten Dokument, "dass ihm nunmehr der Consens zur Errichtung einer Buchdruckerei erteilt und das Bürgerrecht zugesichert sein soll." (Zitat) Mit diesem Schriftstück von Bürgermeister und Rat der Stadt Waren war am 19 Oktober 1839 der Startschuss für die mediale Zukunft an der Müritzstadt gefallen. Mit Beginn des Jahres 1840 fertigte Baetke in der Großen Grünen Straße zunächst Bücher jeder Art.

Erste Informationen zum Zeitungsformat
Damals wie heute galt der Grundsatz: Was du schwarz auf weiß hast, kannst du getrost nach Hause tragen - und das auch im Zeitungsformat. Am 1 Juli 1841 verließen mit dem "Warener Wochenblatt" erstmals gedruckte Neuigkeiten die Räumlichkeiten des Fachwerkhauses mit der Nummer 11.

Zunächst war es eher ein Wochenblättchen - mit nur 4 Seiten bescheidenem Umfang., 20 x 25cm Kleinformat. Redigiert, gesetzt und gedruckt in Einmannarbeit - ganz der Tradition Johannes Gutenbergs, dem Erfinder des Buchdruckes. Den obligatorischen Winkelhaken mit der einen Hand fest im Griff, glitten die Finger der anderen über den Setzkasten, um schnell und gezielt den gewünschten Buchstaben zu greifen. Anainandergereit fügten sich so Wort für Wort ganze Sätzevzusammen. Keine leichte Arbeit bei Kerzenlicht oder Ölfunzel - eine Gasanstalt lieferte Glühlicht erst 20 Jahre später.

Übung macht auch aus Carl Baetke einen Meister: Ab 1866 gliederte er sein Blatt neu: Größeres Format, Nachrichten aus In- und Ausland sowie einen Lokalteil, dazu ein neuer Name - "Warener Zeitung". Weitere zwanzig Jahre darauf erschien das Blatt sogar mehrmals wöchentlich. Kurz nach der Jahrhundertwende erlebte auch die kleine Druckerei ihre industrielle Revolution. Mit der Einführunf der Setzmaschine kam der Durchbruch für das tägliche aktuelle Medium Zeitung in Waren und der Region.

Als Redaktion ausgedient, heute ein attraktives Hotel
Im Jahr 1940 wurde der nun 100-jährige Standort der Druckerei in der Großen Grünen Straße aufgegeben. Die Zeitung zog um in die heutige Friedensstraße, wo sie mit dem Ende des zweiten Weltkrieges bis auf weiteres eingestellt wurde.

Einhunder ereignisreiche Jahre lang gehörte die Druckerschwärze in diesem Haus Nummer 11 zum Alltag der Generationen übergreifenden Druckerfamilie Baetcke, Quandt und Reimers. Sie fühlten sich hier - wie es der letzte Herausgeber Ernst Reimers einmal niederschrieb - Johannes Gutenberg und ihrem Berufsstand verpflichtet. Aber ebenso auch ihrer Vaterstadt, der sie nach eigenen Worten "über alle Wirrnisse des Jahrhunderts hinweg die Treue hielten."

Bis zur jüngsten umfangreichen Rekonstruktion des Traditionshauses erinnerte noch ein Teil des Namenszuges - wenn auch leicht abgeblättert - an die alte "Warener Zeitung". Und für den Gast, der aufmerksam durch die Gänge des Hotels "Alte Warener Zeitung" geht, für den ist die Geschichte des Hauses mit der Nummer 11 noch immer präsent: Als Schlagzeilenträchtiges Ambiente ebenso wie als Ferienquartier, das immer wieder für neue schöne Geschichten sorgt - Urlaubstag für Urlaubstag.